Politische Sommerreise Mecklenburg-Vorpommern

Die Politische Sommerreise in Mecklenburg-Vorpommern am 30. Juli 2020 widmete sich in diesem Jahr dem Thema „Leistungen des Ökolandbaus für die Artenvielfalt“. Der ÖKORING war federführend in der Organisation des Tages und stellte ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine: einen Fachvortrag zur Biodiversität, den Betriebsbesuch des Biopark – Betriebs Agrar- und Handels GmbH Wokuhl, einen Feldrundgang mit praktischen Übungen zum Erkennen von Ackerwildkräutern und eine Diskussionsrunde zu den Themen Öklandbau und Förderung.

Ziel der Politischen Sommerreise war es, die Leistungen und den Mehrwert des Ökolandbaus auch im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft sichtbar und begreifbar zu machen. Bevor es raus aufs Feld ging, stellte Frau Dr. Karin Stein-Bachinger die Ergebnisse einer Metastudie vor, in welcher insgesamt 98 Einzelstudien zu den Biodiversitätsleistungen des konventionellen und ökologischen Landbaus ausgewertet wurden. Im Ergebnis der Auswertung aller Studien aus verschiedenen Ländern und Regionen, stellte sich heraus, dass der Ökolandbau bei 86 % (Pflanzen) bzw. 49 % (Tiere) der untersuchten Vergleichspaare (Öko-konventionell) deutliche Vorteile für die Biodiversität erbringt. Frank Gottwald vom ÖKORING stellte zudem eine Untersuchung zum Vorkommen von Ackerwildkräutern in Nordostdeutschland vor. In den Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass auf Öko-Äckern im Verglich zu konventionellen Ackerflächen 3 bis 9 mal mehr so genannte für die Biodiversität kennzeichnende „Kennarten“ festgestellt werden konnten. Zudem war die Anzahl der einzelnen Individuen (als Bauern würden vielleicht sagen der „Unkrautduck“) um das 4 bis 20 fache höher.

Trotz der systemimmanenten positiven Leistungen des ökologischen Landbaus verwiesen machten die Referenten aber auch darauf aufmerksam, dass auch im Ökolandbau weiteres Aufwertungspotenzial durch gezielte biodiversitätsfördernde Anbau- und Nutzungsverfahren besteht. Arne Bilau vom ÖKORING fasste die bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen aus der begleitenden Naturschutzberatung im Rahm der Naturschutzzertifizierung „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ zusammen. Demnach erbringen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein im Rahmen der Zertifizierung 70 Öko-Betriebe zusätzliche Leistungen für den Naturschutz, wie bspw. die optimierte Bewirtschaftung von Feldfutter und Grünland, die Anlage von Landschaftselementen oder aber auch die gezielte Ansiedlung von seltenen Ackerwildkräutern.

Im Anschluss fand ein Feldrundgang auf der Wokühler Agrar GmbH mit praktischer Übung zum Erkennen von Ackerwildkräutern statt. Insgesamt wurden von den Teilnehmenden über 30 verschiedene Ackerwildkräuter auf einem Roggenschlag kurz vor der Ernte entdeckt. Darunter waren z.T. auch sehr seltene Ackerwildkräuter der Roten Liste wie bspw. der Acker-Hahnenfuß oder der Acker-Rittersporn.

Herr Dr. Kachel vom Landwirtschafts- und Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern hat in der abschließenden Diskussionsrunde der Sommerreise nochmals bekräftigt, dass der Ökolandbau und die Fördermaßnahmen einen sehr hohen Stellenwert bei der Ausrichtung der Landespolitik und der Ausrichtung der neuen GAP in MV einnehmen. Neben einer stabilen Flächenförderung legt das Ministerium zukünftig noch stärkeren Wert auf die Verbesserung der Vermarktungsstrukturen für Öko-Erzeugnisse, wie Gemüse, Druschfrüchte oder aber Rindfleisch. Der Minister Dr. Till Bakchaus konnte leider kurzfristig wegen einer dringenden Kabinettssitzung zur Corona-Krise nicht teilnehmen.

Die ÖKORING Naturschutzberater Frank Gottwald und Arne Bilau erläutern die Naturschutzleistungen des Ökobetriebes auf den Flächen der Agrar- und Handels GmBH Wokuhl

Auf unserer Hompage finden Sie die Links zur Studie Biodiversität und Ökolandbau.           

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage zum Projekt Landwirtschaft für die Artenvielfalt.

 

Außergewöhnliche Umstände aufgrund der Corona-Pandemie

"Die aktuelle Corona Pandemie erfordert, dass alle Menschen in Europa für einen längeren Zeitraum möglichst wenig physischen Kontakt zu anderen haben sollten und sich weitestgehend zu Hause aufhalten sollten. Aus diesem Grunde hat der Ökoring seine Mitarbeiter/innen anweisen, weitgehend die anstehenden Arbeiten im Homeoffice zu erledigen.
Die Beratungskräfte sind aber weiterhin über Handy und Email erreichbar. Ebenso ist weiterhin wie üblich jeden Vormittag die Ökoring-Telefonnummer 04331-333460 erreichbar.

Solange es möglich ist Betriebsbesuche durchzuführen, werden wir das machen, sofern von den Betriebsleitungen gewünscht und der rechtliche Rahmen das erlaubt. Über spezifische Betriebsanweisungen zum Corona-Virus haben wir unsere Berater/innen angewiesen, die entsprechenden vorgegeben Hygienemaßnahmen kontinuierlich vorzunehmen. Bitte vermeiden Sie Körperkontakt und eine Annäherung näher als 1 m. Bitte organisieren Sie Betriebsbesuche so, dass sich nicht mehrere Personen in einem (gelüfteten) Raum, z B Büro aufhalten. Bei Feld-und Stallbegehungen ist ein größerer Abstand zwischen Personen üblich und angemessen. Vielen Dank.
Wir wünschen eine gute Gesundheit und bitten um ein verantwortliches Handeln
Vielen Dank

Ihr ÖKORING-Team"

Ökolandbau Messe am 24.02.2020 in Rendsburg

 

Das ÖKORING-Team war auch in diesem Jahr bei der Ökolandtagung des Landwirtschaftsministeriums am 24. Februar 2020 in der Halle der Landwirtschaftskammer in Rendsburg dabei. Im Mittelpunkt stand wie jedes Jahr der Blick in die Zukunft:„Perspektiven für den Ökolandbau - Ökolandbau von morgen“.
 
Als Aussteller versorgte der ÖKORING viele interessierte Besucher mit Informationen rund um sein Beratungsangebot und die Beratungsförderung in Schleswig-Holstein. Viele der ÖKORING- Beratungskräfte waren vor Ort und hörten die interessanten Vorträge, folgten der spannenden Podiumsdiskussion und mischten sich unter die rund 350 Gäste zum fachlichen Austausch.
Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht stellte in seiner Begrüßungsrede die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft in Schleswig-Holstein vor:Im Jahr 2019 wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche im Land gemäß der vorläufigen Auswertung von rund 61.300 Hektar auf rund 65.000 Hektar. Insgesamt liegt der ökologische Flächenanteil in Schleswig-Holstein aktuell bei 6,6 Prozent. Er sicherte in seiner Ansprache die weitere Flächenförderung im Ökolandbau zu.
Während der Podiumsdiskussion bekam Professor Gerold Rahmann vom Thünen-Institut viel Applaus für seine Forderung, dass die Europäische Union künftig diejenigen Landwirte mit mehr Subventionen ausstatten soll, die mehr für Klima- oder Gewässerschutz oder Artenvielfalt tun. Er forderte weiterhin mehr Forschungsgelder für den Biolandbau, dem nur zwei Prozent der öffentlichen Gelder zur Verfügung stehen. Jan Plagge, der Präsident des Bioland-Verbandes, sagte:„Es wird in der Landwirtschaft nicht mehr immer billiger und mehr gehen. Wir werden einen Wettbewerb der Nachhaltigkeit bekommen“.

Geförderte Beratung 2020

Auch in diesem Jahr können wir wieder geförderte Ökolandbau-Beratung in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern anbieten. Das neue Anmeldeformular für die geförderte Beratung in Schleswig-Holstein steht ab sofort zum Download bereit (hier klicken).

Beratungsförderung

Wir bieten geförderte Beratung in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Mehr erfahren:

Beratungsförderung in S-H

Beratungsförderung in M-V

Unsere Beratungskräfte